Prof. Dr. Horst-Jürgen Gerigk
Prof. Dr. Horst-Jürgen Gerigk

Vortrag vom 8. Juni 2016 im Rahmen der Ringvorlesung 
„Zweihundert Jahre Hegel in Heidelberg“, 
veranstaltet von Prof. Dr. Dr. h. c. Dieter Borchmeyer 
im Sommersemester 2016. 
Ort: Hörsaal 14 der Neuen Universität 
(Heidelberger Vorträge zur Kulturtheorie 
der Manfred Lautenschläger Stiftung)

 

 

Horst-Jürgen Gerigk 
(Universität Heidelberg)

 

„Die Theorie des Romans“: Georg Lukács und Hegel

 

 

Vorbemerkung

 

Georg Lukács lebte von 1885 bis 1971. Er wurde in Budapest geboren und ist dort auch gestorben. Dazwischen liegt ein im wahrsten Sinne des Wortes „bewegtes Leben.“ Bereits 1972 erschien in der Reihe „Rowohlts Monographien“ der Band „Georg Lukács in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten“, dargestellt von Fritz J. Raddatz. Auf diesen Band möchte ich nachdrücklich hinweisen. 
Und weil ich heute die frühe Schrift „Die Theorie des Romans“ in den Mittelpunkt stellen werde, die Georg Lukács in Heidelberg verfasst hat, möchte ich seine autobiographische Richtigstellung an den Anfang setzen. Lukács stellt fest, um kursierende Falschmeldungen über seine Person zu korrigieren:

 

„1) Ich habe nie in Heidelberg studiert. Ich studierte an den Universitäten Budapest und Berlin und promovierte in Budapest 1909. 
2) Folglich habe ich, als ich 1912 nach Heidelberg kam, weder bei Lask noch bei Max Weber studiert. Das letztere war umso weniger möglich gewesen, als Max Weber, wie allgemein bekannt, seine Lehrtätigkeit 1903 krankheitswegen aufgab und diese erst viel später und nicht in Heidelberg wieder aufnahm.
3) Meine Bekanntschaft mit Bloch stammt nicht „daher“. Wir haben uns im Winter 1910 in Budapest kennengelernt und hatten bereits freundschaftliche Beziehungen zueinander, als wir 1912 uns wieder einmal in Heidelberg trafen.
4) Ich hatte nie eine Beziehung zum George-Kreis. Mein Aufsatz wurde dort schroff abgelehnt, vor allem, weil ich darin den „Seher“ George bewußt ignorierte. Zwischen Gundolf und mir bestand ein kalthöflicher Verkehr; mehr auf Wunsch des Ehepaars Weber, das mit uns beiden befreundet war, als den beiderseitigen Neigungen folgend. Die geplante Habilitation über „Ästhetik und Ethik im Werk Dostojewskis“ wurde durch den ersten Weltkrieg unterbrochen. (…) Im ersten Kriegsjahr habe ich „Die Theorie des Romans“ niedergeschrieben. Was daraus vorliegt, war als Einleitung zu einer geschichtsphilosophischen Darstellung des dichterischen Werks von Dostojewski entworfen. Da ich 1915 zum Militärdienst eingezogen wurde, mußte ich diese Arbeit unterbrechen. Zu ihrer Wiederaufnahme kam es nie mehr.“ (Raddatz 1972, S. 24-25, aus Lukács: „Methodischer Zweifel“, 1966 in „Der Monat“, S. 95) 

 

Georg Lukács liefert hier die wesentlichen Stichworte zum ursprünglichen Referenzrahmen seiner „Theorie des Romans“: Dostojewskij und Erster Weltkrieg. Auf diese Stichworte wären wir, ohne den Hinweis von Lukács selbst, kaum gekommen. Denn: Dostojewskij kommt auf den insgesamt 152 Seiten der „Theorie des Romans“ nur ganz zum Schluss eine knappe Seite lang vor: und vom Ersten Weltkrieg ist in der „Theorie des Romans“ nirgends die Rede. Ich werde jedoch auf diese beiden Stichworte noch ausführlich zu sprechen kommen müssen. Zunächst aber bin ich bei meinem heutigen Thema angelangt: 

 


„Die Theorie des Romans“: Georg Lukács und Hegel.

 

Nur einen kurzen Hinweis möchte ich vorausschicken. Jacob Taubes greift in seiner Monografie „Abendländische Eschatologie“ von 1991 die Frage auf: Warum sind alle bedeutenden Hegelianer Juden? Man denke nur an Karl Marx, Ernst Bloch, Georg Lukács oder Theodor W. Adorno. Und die Antwort lautet: Weil Hegel der einzige bedeutende deutsche Philosoph des 19. Jahrhunderts ist, der „Athen“ und „Jerusalem“ miteinander verknüpft. 
Das heißt: Hegel denkt eschatologisch, allerdings ganz auf seine Weise. Die Geschichte hat für ihn ein Ziel, auf das die abendländische Eschatologie zusteuert, so dass der Geist zu sich selber kommt und das Reich der Notwendigkeit zum Reich der Freiheit wird, wenn auch die Vernunft in der Geschichte auf die „List der Vernuft“ angewiesen bleibt. Vor allem aber lässt Hegels Philosophie der Geschichte keine Vorausdeutungen zu, ist immer nachträglich erkannte Eschatologie hier und jetzt, was seine Nachfolger oft vergessen. Fortschritt bedeutet für Hegel: Institutionen, die die Freiheit des Individuums garantieren – an der Spitze: der Staat. 
Karl Marx will als Schüler Hegels den Staat abschaffen und damit Hegel auf die Füße stellen; und Ernst Bloch versichert im „Prinzip Hoffnung“: „Ubi Lenin, ibi Jerusalem“ und behauptet: „Nur der schöpferische Marxismus ist unsere Zeit, in Gedanken erfaßt“ (S. 1615). 
Georg Lukács orientiert sich schließlich am Ideal der klassenlosen Gesellschaft und sucht deren Anzeichen mit marxistischer Wünschelrute prophetisch ausgerichtet in der Geschichte der Literatur zu ermitteln, oft gegen die manifeste Tendenz der literarischen Texte. 
Auch Adorno denkt eschatologisch. Trotz seiner kritischen Vorbehalte gegenüber Hegel, die er in seiner Schrift „Negative Dialektik“ von 1966 formuliert hat, ist Adorno bei der Auslegung literarischer Texte dem Hegelschen Prinzip einer eschatologischen Betrachtung treu geblieben, wodurch der einzelne literarischeText als Ausdruck seiner Zeit, als Reaktion auf seine Zeit sowie in seiner Bedeutung für uns hier und jetzt in den Blick gebracht wird. Adorno stellt fest („Ästhetische Theorie“, 1970, S. 359):

 

„Daß Kunstwerke politisch eingreifen, ist zu bezweifeln; geschieht es einmal, so ist es ihnen meist peripher; streben sie danach, so pflegen sie unter ihren Begriff zu gehen. Ihre wahre gesellschaftliche Wirkung ist höchst mittelbar, Teilhabe an dem Geist, der zur Veränderung der Gesellschaft in unterirdischen Prozessen beiträgt und in Kunstwerken sich konzentriert; solche Teilhabe gewinnen diese allein durch ihre Objektivation.“

 

Schopenhauer und Nietzsche hingegen denken nicht eschatologisch. Sie kennen kein „Jerusalem“. (Die Offenbarung S. Johannis des Theologen, Kapitel 21, Vers 2: „Und ich Johannes sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, bereitet als eine geschmückte Braut ihrem Mann.“) 
Hegels These von der „Vernunft in der Geschichte“ ist für Schopenhauer blanker Unsinn; er nennt Hegel einen „Unsinnschmierer und Kopfverdreher“ (Schopenhauer 1946, S. 190). 
Und Nietzsche vermerkt: „Fichte, Schelling, Hegel, Schleiermacher, Feuerbach, Strauß – alles Theologen.“ (Nietzsche 1980, Bd. 11, S. 152) Damit ist alles gesagt. Ausführlicher heißt es in Nietzsches Schrift „Der Antichrist“:

 

„Dass man gut tut, Handschuhe anzuziehen, wenn man das neue Testament liest. Die Nähe von so viel Unreinlichkeit zwingt beinahe dazu. (…) Ich habe vergebens im neuen Testamente auch nur nach Einem sympathischen Zuge ausgespäht: Nichts ist darin, was frei, gütig, offenherzig, rechtschaffen wäre. Die Menschlichkeit hat hier noch nicht ihren ersten Anfang gemacht, – die Instinkte der Reinlichkeit fehlen.(...) Alles ist Feigheit, Alles ist Augen-Schliessen und Selbstbetrug darin.“ (Bd. 6, S. 223) 

 

Dass Hegel so etwas nicht unterschrieben hätte, liegt auf der Hand. Und deshalb ist es nur konsequent, wenn Georg Lukács in seiner Schrift „Die Zerstörung der Vernunft“ (zuerst 1952) Schopenhauer und insbesondere Nietzsche für den „Irrationalismus in der deutschen Politik“ (sein Wort) verantwortlich macht, den Irrationalismus, durch den ein Adolf Hitler an die Macht kommen konnte. Das letzte Kapitel der „Zerstörung der Vernunft“ hat die Überschrift „Die ,nationalsozialistische Weltanschauung' als demagogische Synthese der Philosophie des deutschen Imperialismus.“ Die mehr oder weniger explizite Implikation der „Zerstörung der Vernunft“ besteht darin, dass unter der Ägide eines recht verstandenen Hegel, der nicht von seiner Dialektik befreit werden durfte, und eines Marx eine solche Entwicklung der deutschen Politik hinein in die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs nicht möglich gewesen wäre. Und so beschimpft Lukács die „Lebensphilosophie im imperialistischen Deutschland“ und zieht alle Beteiligten aufgrund ihrer Äußerungen zur Verantwortung: Dilthey, Simmel, Spengler, Scheler, Heidegger, Jaspers, Klages, Ernst Jünger, Alfred Baeumler, Hermann Boehm, Ernst Krieck, Alfred Rosenberg, wobei Hitlers Zynismus ins Zentrum rückt ujnd „Mein Kampf“ besondere Aufmerksamkeit findet. Ein ganzes Kapitel richtet sich gegen „Houston Stewart Chamberlain als Begründer der modernen Rassentheorie.“ 
1966 sind, wie betont wird, „einige entscheidende Kapitel“ der „Zerstörung der Vernunft“ von 1954 als Fischer-Taschenbuch von 268 Seiten dem „breiten Publikum zugänglich gemacht worden“-- unter dem Titel: 

 

„Von Nietzsche bis Hitler oder Der Irrationalismus in der deutschen Politik.“

 

Das erste Kapitel darin setzt ein mit der Überschrift: „Nietzsche als Begründer des Irrationalismus der imperialistischen Periode.“ Zweifellos hat „Die Zerstörung der Vernunft“ den Nerv der deutschen Öffentlichkeit getroffen und kompromißlos Fronten profiliert. 
Bereits 1958 löst Lukács mit der Veröffentlichung seiner Studie „Wider den mißverstandenen Realismus“ den vehementen Widerspruch Adornos aus, der unter dem Titel „Erpreßte Versöhnung“ noch im gleichen Jahr eine Abrechnung mit dem späten Lukács vornimmt. Der Vorwurf lautet: dogmatischer Marxismus, denn schließlich hatte Lukács ja die Frankfurter Schule als „Grandhotel Abgrund“ gekennzeichnet. Adornos Argumentation beginnt folgendermaßen:

 

„Den Nimbus, der den Namen Georg Lukács heute noch, auch außerhalb des sowjetischen Machtbereichs, umgibt, verdankt er den Schriften seiner Jugend, dem Essay-Band ,Die Seele und die Formen', der ,Theorie des Romans', den Studien ,Geschichte und Klassenbewußtsein', in denen er als dialektischer Materialist die Kategorie der Verdinglichung erstmals auf die philosophische Problematik prinzipiell anwandte.“ (Adorno 1961, S.152) 

 

Mit Verwunderung und Empörung sieht sich Adorno nun insbesondere mit der Frage konfrontiert: „Franz Kafka oder Thomas Mann?“ Denn für Lukács bedeutet diese Frage: Kranke oder gesunde Kunst? Der von Kafka literarisch gestalteten Welt fehle die Perspektive einer positiven Zukunft, nicht aber der von Thomas Mann literarisch gestalteten Welt. Deshalb, so Lukács, sei Kafka abzulehnen, nicht aber Thomas Mann. Adorno lässt es sich nicht nehmen, Lukács zu zeigen, dass er, Lukács, „am ästhetischen Gehalt seines Lieblingstextes drastisch vorbeiphilosophiert.“ Vom „Zauberberg“ ist die Rede. 
Denn, so Adorno, Joachim Ziemßen sei gar nicht der „Sprecher richtigen Lebens“, für den ihn Lukács halte, sondern werde mit der für Thomas Mann typischen versteckten Ironie behandelt. 
Diese Auseinandersetzung, so darf man sagen, hat ihren Reiz darin, dass hier ein Hegelianer einen anderen Hegelianer übertrumphen möchte – jeweils unter Nutzung Hegelscher Denkfiguren, wobei sich Georg Lukács allerdings durch seine Idealisierung des „sozialistischen Realismus“ in eine unglückliche Zwangslage begeben hat. 
Völlig unerwähnt bleibt, obwohl doch zentral vom „Zauberberg“ die Rede ist, dass Thomas Mann Georg Lukács 1922 in Wien persönlich kennengelernt hat. Im Jahre 1924 erschien der Roman „Der Zauberberg“, worin Thomas Mann Georg Lukács in der Gestalt des Naphta auftreten lässt (Sechstes Kapitel, Zweiter Abschnitt mit der Überschrift: „Noch jemand“). Es heißt dort von Naphta:

 

„Er war ein kleiner magerer Mann, rasiert und von so scharfer, man möchte sagen: ätzender Häßlichkeit, dass die Vettern sich geradezu wunderten. Alles war scharf an ihm: die gebogene Nase,die sein Gesicht beherrschte, der schmal zusammengenommene Mund, die dickgeschliffenen Gläser der im übrigen leichtgebauten Brille, die er vor seinen hellgrauen Augen trug, und selbst das Schweigen, das er bewahrte und dem zu entnehmen war, dass seine Rede scharf und folgerecht sein werde.“ (Mann 1952, S. 511-512)

 

Weiterhin erfahren wir, dass Naphta und Settembrini im selben Hause wohnen, bei einem Damenschneider, der Lukacek heißt. Es kommt sofort zu einem intensiven Gespräch zwischen Hans Castorp, Joachim Ziemßen, Settembrini und Naphta. Anderntags werden alle von Naphta zu sich eingeladen, das Gespräch über Gott und die Welt setzt sich fort. Und schließlich sagt Settembrini, als er beim Abschied mit den beiden Vettern allein ist:

 

„Es ist meine Pflicht, Ihre Jugend wenigstens auf die geistigen Gefahren hinzuweisen, die sie im Umgang mit diesem Manne läuft, und Sie übrigens zu bitten, den Verkehr mit ihm in weisen Grenzen zu halten. Seine Form ist Logik, aber sein Wesen ist Verwirrung.“ (S. 558)

 

Das ist zweifellos keine freundliche Charakteristik, die Thomas Mann hier für angebracht hält, obwohl er selbst ja immer wieder auf Arbeiten von Georg Lukács positiv Bezug nimmt – dies bereits während der Ausarbeitung der Erzählung „Der Tod in Venedig“. Auf den Storm-Essay von Georg Lukács in dessen Essay-Sammlung „Die Seele und die Formen“ von 1911 hat Thomas Mann sowohl bejahend reagiert (in den „Betrachtungen eines Unpolitischen“ von 1918) als auch verneinend (in seinem eigenen Aufsatz über „Theodor Storm“ von 1930). Georg Lukács wiederum hat Thomas Mann kontinuierlich unverhohlen bewundert; und deshalb überrascht es auch, dass Thomas Mann am 24. Dezember 1947 aus Kalifornien an Max Rychner schreiben konnte: 

 

„Lukács, der mir irgendwie wohlwill (und sich im Naphta offenbar nicht erkannt hat) hat vielleicht den besten Artikel zu meinem 70. Geburtstag geschrieben, in der ,Internationalen Literatur', unter liniengetreuer Auslassung des Joseph.“ (Briefe 1937-1947, S. 579)„

 

 

Meine Damen und Herren:

 

Diese vielfältigen Zitate, Anekdoten und Hinweise habe ich vorgetragen, um vor Augen zu führen, dass der ungarische Denker Georg Lukács von Anfang an mit seinem Leben und mit seinem Werk eine feste Gestalt im deutschen Geistesleben gewesen ist. Den Gipfel der Verbreitung seiner Schriften in der Bundesrepublik Deutschland erreicht Lukács mit den vier Taschenbuchausgaben zwischen 1967 und 1969 im Rowohlt Verlag – darunter „Die Grablegung des alten Deutschland. Essays zur deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts“ (1967), „Faust und Faustus. Vom Drama der Menschengattung zur Tragödie der modernen Kunst“ (ebenfalls 1967) und 1969: „Russische Literatur -- Russische Revolution“ mit dem Untertitel „Puschkin, Tolstoi, Dostojewskij, Fadejew, Makarenko, Scholochow, Solschenizyn“. 
Mit all diesen so zahlreichen deutschsprachigen Veröffentlichungen bieten sich ganz verschiedene Zugänge an:
Man kann sie als Germanist lesen, als Slawist, aber auch als Soziologe, als Politologe, als Kulturwissenschaftler und Philosoph –- sowie, und das durchaus nicht zuletzt, als Literaturtheoretiker. Da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich. 

 

 

„Die Theorie des Romans“

 

Wenn ich hier und jetzt seine „Theorie des Romans“ unter die Lupe nehmen werde, so sind auch damit ganz verschiedene Zugänge präsent. 
In seinem Vorwort aus dem Jahre 1962, geschrieben in Budapest für die zweite Auflage, die 1963 herauskam, vermerkt Lukács:

 

„Meines Wissens ist ,Die Theorie des Romans' das erste geisteswissenschaftliche Werk, in dem die Ergebnisse der Hegelschen Philosophie auf ästhetische Probleme konkret angewendet wurden. Ihr erster allgemeiner Teil ist wesentlich von Hegel bestimmt: so die Gegenüberstellung der Art der Totalität in Epik und Dramatik, so die geschichtsphilosophische Auffassung der Zusammengehörigkeit und Gegensätzlichkeit von Epopöe und Roman usw.“

 

Allerdings fügt Lukács sofort hinzu:

 

„Freilich war der Verfasser der ,Theorie des Romans' kein ausschließlicher und orthodoxer Hegelianer. Die Analysen von Goethe und Schiller, Goethes Konzeptionen aus seiner Spätzeit (das Dämonische), die ästhetischen Theorien des jungen Schlegel und Solgers (Ironie als modernes Gestaltungsmittel) ergänzen und konkretisieren die allgemeinen hegelianischen Umrisse.“ 

 

Und schließlich heißt es:

 

„Ein vielleicht noch wichtigeres Hegelsches Erbe ist das Historisieren der ästhetischen Kategorien. Auf dem Gebiet der Ästhetik bringt hier die Erneuerung Hegels die wichtigsten Ergebnisse.“ 

 

Man beachte: Lukács spricht hier von sich selbst in der dritten Person, nicht in der Ich-Form, bezeichnet sich als den Verfasser der „Theorie des Romans“. Auf diese Weise wird Lukács sich selbst als Literaturwissenschaftler zum Objekt wissenschaftlicher Betrachtung, und es kommt zu einer besonderen Art der Selbstkritik. Denn diese Selbstkritik besteht nicht in einer Widerlegung des damaligen Standpunktes, sondern in einer eschatologischen Nutzung ein und derselben Denkfigur aufgrund einer neuen geschichtsphilosophischen Situation. 
Anders ausgedrückt: Lukács sieht sich aus der Sicht des Jahres 1962 bereits im Jahre 1916 unterwegs von Hegel zu Marx, was er „damals“ zwar schon erahnt hat, ihm aber noch nicht bewusst war. Eine solche Stellungnahme zur eigenen Entwicklung entspringt natürlich ganz und gar dem Denken Hegels, der feststellt: „Philosophie ist ihre Zeit, in Gedanken erfasst“, womit der Geist nur in der Bewegung zu sich selber kommt und keinen Stillstand kennt. Die „Erneuerung Hegels“ auf dem „Gebiete der Ästhetik“, wie sie Lukács in der „Theorie des Romans“ angestrebt hat, ist also in Wahrheit eine methodische Rückkehr zu Hegels eigenem Ursprung. 
Sehen wir uns nun an, wie Hegel in seinen „Vorlesungen über die Ästhetik“ zwischen Epik, Lyrik und Dramatik unterscheidet, und dann den Roman als neu hinzukommende Gattung definiert. Hegel argumentiert so: Das Epos betrifft die Außenwelt, die Lyrik betrifft die Innenwelt; und das Drama kombiniert beides, indem es in Dialogform eine epische Handlung erzählt und in den großen Monologen die Lyrik zur Herrschaft bringt. Und deshalb steht für Hegel das Drama an der Spitze der Literatur, die bei Hegel durchgehend „Poesie“ heißt. Epos, Lyrik und Drama, die „Naturformen der Dichtung“ (ein Ausdruck Goethes), sind für Hegel an bestimmte Zustände der abendländischen Eschatologie gebunden: das Epos ist die Gattung der Vorstaatlichkeit, das Drama hingegern setzt einen etablierten Staat voraus, dessen Gesetze das Handeln der Charaktere als notwendige Entscheidungen profilieren und definieren. Deshalb kann Hegel sagen:

 

„Der dramatische Charakter macht sich durch die Art seines Zwecks, den er unter gegebenen und gewussten Umständen kollisionsvoll durchsetzen will, sein Schicksal selber, dem epischen im Gegenteil wird es gemacht, und diese Macht der Umstände, welche der Tat ihre individuelle Gestalt aufdringt, dem Menschen sein Los zuteilt, den Ausgang seiner Handlungen bestimmt, ist das eigentliche Walten des Schicksals.“ (Hegel 1964, Bd. 14, S. 366)

 

Die Lyrik wiederum ist als Ausdruck der Innerlichkeit jederzeit ursprünglich möglich, weil sie dem allgemeinen Weltzustand der Außenwelt fern steht (Beispiel: Goethes „Ein König in Thule“).
Innerhalb dieses Denkschemas definiert Hegel den Roman als die „,moderne bürgerliche Epopöe.“ Epopöe gilt heute als veraltetes Synonym für Epos. Und der Schwerpunkt der Definition liegt auf „bürgerlich.“ Das heißt also: Der Roman ist das Epos des bürgerlichen Zeitalters. Und Hegel erläutert:

 

„Was jedoch fehlt, ist der ursprüglich poetische Weltzustand, aus welchem das eigentliche Epos hervorgeht. Der Roman im modernen Sinne setzt eine bereits zur Prosa gewordene Wirklichkeit voraus, auf deren Boden er sodann in seinem Kreise, sowohl in Rücksicht auf die Lebendigkeit der Begebnisse, als auch in Betreff der Individuen und ihres Schcksals, der Poesie, soweit es bei dieser Voraussetzung möglich ist, ihr verlorenes Recht wieder erringt. Eine der gewöhnlichsten und für den Roman passendsten Kollisionen ist deshalb der Konflikt zwischen der Poesie des Herzens und der entgegenstehenden Prosa der Verhältnisse, sowie dem Zufalle äußerer Umstände.“ (Hegel 1964, Bd. 14, S. 395)

 

Der Roman ist für Hegel also gekennzeichnet durch die Kluft 
zwischen der „Poesie des Herzens“ und der „Prosa der Verhältnisse.“ Bei Georg Lukács begegnen wir dieser Kluft als der Kluft zwischen Seele und Außenwelt. Soviel vorweg. Doch bleiben wir zunächst bei Hegel. 
Der Roman ist also die Verlängerung und Überführung des Epos in die Bürgerlichkeit des funktionierenden Staates. Begonnen hat der Roman als Abenteuerroman des Rittertums. Jetzt aber, also um 1800, hat das Romanhafte im modernen Sinne des Wortes das „Rittertum abgelöst.“ Ja, Hegel betont: „Das Romanhafte ist das wieder zum Ernste, zu einem wirklichen Gehalte gewordene Rittertum.“ Und das heißt:

 

„Die Zufälligkeit des äußerlichen Daseins hat sich verwandelt, ist eine feste sichere Ordnung der bürgerlichen Gesellschaft und des Staats, so dass jetzt Polizei, Gerichte, das Heer, die Staatsregierung an die Stelle der chimärischen Zwecke treten, die der Ritter sich machte. Dadurch verändert sich auch die Ritterlichkeit der in neueren Romanen agierenden Helden. Sie stehen als Individuen mit ihren subjektiven Zwecken der Liebe, Ehre, Ehrsucht oder mit ihren Idealen der Weltverbesserung dieser bestehenden Ordnung und Prosa der Wirklichkeit gegenüber, die ihnen von allen Seiten Schwierigkeiten in den Weg legt. Da schrauben sich nun die subjektiven Wünsche und Forderungen in diesem Gegensatz ins Unermessliche in die Höhe, denn jeder findet vor sich eine bezauberte, ganz ungehörige Welt, die er bekämpfen muss, weil sie sich gegen ihn sperrt und in ihrer spröden Festigkeit seinen Leidenschaften nicht nachgibt, sondern den Willen eines Vaters, einer Tante, bürgerliche Verhältnisse und so fort als ein Hindernis vorschiebt.“

 

Hegel nmmt hier den zeitgenössischen Entwicklungsroman aufs Korn, und der ironische Einschlag seiner Schilderung der neuen gesellschaftlichen Wirklichkeit, die der „Poesie des Herzens“ entgegensteht, ist nicht zu überhören. Dennoch geht es Hegel um den Ernst der neuen Sachlage, die der moderne Roman zu bewältigen hat. Offensichtlich ist es Hegel um die Gefahren zu tun, die dem modernen Roman drohen, wo er sich einem unreflektierten Realismus überlässt, um aktuell zu sein. Und so bewegt sich seine Schilderung der neuen jungen Ritter, so abstrakt sie bleibt, an der Grenze zum Zynismus. Hegel wörtlich:

 

„Besonders sind Jünglinge diese neuen Ritter, die sich durch den Weltlauf, der sich statt ihrer Ideale realisiert, durchschlagen müssen, und es nun für ein Unglück halten, dass es überhaupt Familie, bürgerliche Gesellschaft, Staat, Gerichte, Gesetze, Berufsgeschäfte und so fort gibt, weil diese substantiellen Lebensbeziehungner sich mit ihren Schranken grausam den Idealen und dem unendlichen Rechte des Herzens entgegensetzen. Nun gilt es, ein Loch in diese Ordnung der Dinge hineinzustoßen, die Welt zu verändern, zu verbessern oder ihr zum Trotz sich wenigstens einen Himmel auf Erden herauszuschneiden, das Mädchen, wie es sein soll, sich zu suchen, es zu finden, und es nun den schlimmen Verwandten oder sonstigen Missverhältnissen abzugewinnen, abzuerobern und abzutrotzen. Diese Kämpfe aber sind in der modernen Welt nichts Weiteres, als die Lehrjahre, die Erziehung des Individuums an der vorhandenen Wirklichkeit, und erhalten dadurch ihren wahren Sinn.“

 

Und dann formuliert Hegel das Ergebnis solch vernünftiger Einpassung dieser neuen Ritter in die bestehenden Verhältnisse. Und man fragt sich: Wer spricht denn hier? Etwa Sokrates, der uns maieutisch aufs Glatteis führen wil? Natürlich nicht! Es ist Hegel selbst, der fortfährt:

 

„Denn das Ende solcher Lehrjahre besteht darin, dass sich das Subjekt die Hörner abläuft, mit seinem Wünschen und Meinen sich in die bestehenden Verhältnisse und die Vernünftigkeit derselben hineinbindet, in die Verkettung der Welt eintritt und in ihr sich einen angemessenen Standpunkt erwirbt. Mag einer auch noch so viel sich mit der Welt herumgezankt haben, umhergeschoben worden sein, zuletzt bekommt er meistens doch sein Mädchen und irgend eine Stellung, heiratet, und wird ein Philister so gut wie die Anderen auch: die Frau steht der Haushaltung vor, Kinder bleiben nicht aus, das angebetete Weib, das erst die Einzige, ein Engel war, nimmt sich ungefähr ebenso aus wie alle Anderen, das Amt gibt Arbeit und Verdrüßlichkeiten, die Ehe Hauskreuz, und so ist der ganze Katzenjammer der Übrigen da. – Wir sehen hier den gleichen Charakter der Abenteuerlichkeit, nur dass dieselbe ihre rechte Bedeutung findet, und das Phantastische daran die nötige Korrektion erfahren muß.“ (Hegel 1964, Bd. 13, S. 216-217)

 

Vergessen wir nicht: es geht hier um die Kennzeichnung des modernen Romans, der sich ganz auf die Darstellung der bestehenden Verhältnisse konzentriert: auf die Welt, wie sie ist. Es herrscht der Philister. 
Hegel starb 1831 und war 1816 nach Heidelberg gekommen. Genau hundert Jahre später, im Jahre 1916, schreibt Georg Lukács in Heidelberg seine „Theorie des Romans“. Denn inzwischen waren Balzac, Flaubert, Dostojewskij und Tolstoj aufgetaucht und hatten der Gattung des Romans Materialien geliefert, die Hegel noch nicht kennen konnte und die nun regelrecht darauf warteten, von Georg Lukács in seiner „Theorie des Romans“ behandelt zu werden. Und wiederum hundert Jahre später behandeln wir heute, im Jahre 2016, seine „Theorie des Romans.“ 
Es fällt auf, ich erwähnte es schon, dass Lukács seine „Theorie des Romans“ mit einem intensiven Hinweis auf Dostojewskij enden lässt. Weltanschaulich gesehen aber, hätte ein Anknüpfen an Turgenjew viel näher gelegen. Turgenjew war, wie wir wissen, ein Agnostiker und unterhielt auch nur zu ausgesprochen atheistischen Kollegen freundschaftliche Beziehungen: so etwa zu Theodor Storm, Henry James, Flaubert, Maupassant und Emile Zola. Lukács aber bezieht sich mit seiner abschließenden Pointe auf Dostojewskij, dessen missionarisches Christentum nicht zu leugnen ist. Warum gerade Dostojewskij? 
Lukács argumentiert gattungspoetisch und geschichtsphilosophisch, und da ist ihm Dostojewskij und dessen eschatologisches, programmatisch christliches Menschenbild das Anzeichen einer möglichen Rückkehr zum Epos und dem dafür vorauszusetzenden „allgemeinen Weltzustand“. Denn: 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, scheint sich mit dessen Ende und der Niederlage Deutschlands ein neuer Staat, eine Neue Welt anzukündigen – ein Staat mit marxistischer Gesellschaftsordnung. 
Was aber bedeutet in solchem Kontext die Rückkehr des Romans zum Epos? Sehen wir uns an, wie Hegel den „allgemeinen Weltzustand“ erläutert, aus dem das Epos hervorgeht:

 

„Das Passendste für den ganzen Lebenszustand, den das Epos zum Hintergrunde macht, besteht darin, dass derselbe für die Individuen bereits die Form vorhandener Wirklichkeit hat, doch mit ihnen noch in dem engsten Zusammenhang ursprünglicher Lebendigkeit bleibt. Denn sollen die Helden, welche an die Spitze gestellt sind, erst einen Gesamtzustand gründen, so fällt die Bestimmung dessen, was da ist oder zur Existenz kommen soll, mehr als es dem Epos geziemt, in den subjektiven Charakter, ohne als objektive Realität erscheinen zu können.“

 

Und Hegel grenzt ab:

 

„Der Sinn des Rechts und der Billigkeit, der Sitte, das Gemüt, der Charakter muß im Gegenteil als ihr alleiniger Ursprung und ihre Stütze erscheinen, so dass noch kein Verstand sie in Form prosaischer Wirklichkeit dem Herzen, der individuellen Gesinnung und Leidenschaft gegenüber zu stellen und zu befestigen vermag. Einen schon zu organisierter Verfassung herausgebildeten Staatszustand mit ausgearbeiteten Gesetzen, durchgreifender Gerichtsbarkeit, wohleingerichteter Administration, Ministerien, Staatskanzleien, Polizei und so fort haben wir als Boden einer echt epischen Handlung von der Hand zu weisen. Die Verhältnisse objektiver Sittlichkeit müssen wohl schon gewollt sein und sich verwirklichen, aber nur durch die handelnden Individuen selbst und deren Charakter, nicht aber sonst schon in allgemein geltender und in sich berechtigter Form ihr Dasein erhalten können.(…) Dies ist der Weltzustand, den ich (...) den heroischen nannte. In schönster Poesie und Reichhaltigkeit echt menschlicher Charakterzüge finden wir ihn bei Homer geschildert.“ (Hegel 1964, Bd. 14, S. 341-343)

 

Diese Überlegungen Hegels sind es, die Georg Lukács voraussetzt, wenn er seine „Theorie des Romans“ mit einem Ausblick auf das zukünftige Epos enden lässt. Man beachte die Gliederung. „Die Theorie des Romans“ hat zwei Teile. Der erste Teil liefert die „Theorie“ zur „Praxis“ des zweiten Teils. Die Überschrift zum ersten Teil lautet: „Die Formen der großen Epik in ihrer Beziehung zur Geschlossenheit oder Problematik der Gesamtkultur“. Und der zweite Teil hat die Überschrift „Versuch einer Typologie der Romanform.“ 
Wenn eine Schrift von Georg Lukács einen philosophischen Anspruch erheben darf, so ist es „Die Theorie des Romans.“ Was aber ist ein philosophischer Anspruch? Dies hat Dieter Henrich erläutert – in seiner Monografie von 2011: „Werke im Werden.“ Untertitel: „Über die Genesis philosophischer Einsichten.“ Darin heißt es, dass sich philosophische Werke von Rang sehr wohl von Abhandlungen unterscheiden, die nur einzelne Theoreme unter Beweis zu stellen suchen. Henrich wörtlich:

 

„Eine Konzeption in der Philosophie hat, zumindest indirekt, alles Wissbare und seine Grenzverläufe im Blick. So muss sie eine große Zahl von Problembereichen durchdacht haben und aufeinander beziehen. Die innere Komplikation eines jeden Grundlagengedankens wirkt zusammen mit den weit von einander abliegenden Bereichen seiner Anwendung dahin, dass eine philosophische Konzeption die synthetische Denkkraft ihres Autors aufs Höchste beansprucht. Es darf als ausgeschlossen gelten, dass er alle Gedankenfolgen, in die hinein seine Konzeption durchgebildet werden muss, in einem einzigen Zuge zu überblicken und festzuhalten vermag.“ (Henrich 2011, S. 65)

 

All dies trifft, wie ich meine, auf „Die Theorie des Romans“ von Georg Lukács zu, mit deren erstem Teil wir unvermittelt in einen von Hegel inspirierten Denkraum hineingezogen werden. „Geschichte und Klassenbewußtsein“ hingegen wäre, im Sinne Dieter Henrichs, nichts anderes als der Versuch, ein Theorem unter Beweis zu stellen -- in diesem Fall: die Geschichtsauffassung eines Karl Marx, wozu Fleiß und ideologisch fester Glaube ausreichen. 
„Die Theorie des Romans“ aber konzipiert nicht nur den Zusammenhang von Individuum, Gesellschaft und Staat, sondern auch die sich wandelnde Funktion von Literatur und ihrer Auslegung im Zusammenhang mit der politischen Geschichte der Menschheit von Homer bis Henrik Pontoppidan. Und ganz zum Schluss führt uns Lukács Tolstojs „Krieg und Frieden“ vor Augen sowie das literarische Schaffen Dostojewskijs: als neue Beschwörung der Transzendenz des Epos, das nun als adäquater Ausdruck der Gegenwart den Roman als Gattung abzulösen scheine. Damit erweist sich die „Theorie des Romans“ als Traktat über die Zeit des Romans, die gekommen ist, aber auch wieder gehen kann. 
Zuvor aber durchläuft der Roman die Epoche der „transzendentalen Obdachlosigkeit“. Dieser Verlauf wird von Lukács mit drei Werkanalysen exemplarisch demonstriert: Am Anfang steht der „Don Quixote“ des Cervantes (1606), am Ende Flauberts „Education sentimentale“ (1870), und in der Mitte befinden sich „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ (1795-1796). 
Das Ordnungsprinzip sieht so aus: Am Anfang ist die Seele breiter als die Außenwelt. Am Ende ist die Seele schmaler als die Außenwelt. Und in der Mitte passt sich die Seele durch Erziehung der Außenwelt an, so dass unerfüllbare Sehnsüchte entfallen. Stichwort: Entsagung. 
Der Dreischritt These, Antithese, Synthese lautet hier: „Don Quixote“, „Education sentimentale“, „Wilhelm Meister“. In dieser Reihenfolge. 
Konkret bedeutet das: Don Quixote kann von dem, was er erlebt, niemals enttäuscht werden. Das Gehäuse seines Wahns schützt ihn davor, die Außenwelt als das zu sehen, was sie wirklich ist. Er verneigt sich ehrerbietig vor einem einfachen Bauernmädchen mit rundem Gesicht und plattgedückter Nase, das auf einem Esel reitet, weil er es für die von ihm angebetete Dulcinea del Toboso hält. Als ihn sein Diener und Begleiter Sancho Pansa darauf aufmerksam macht, dass es sich doch nur um ein Bauernmädchen auf einem Esel handle, erwidert Don Quixote, das sehe er auch, doch wisse nur er allein, dass ein böser Zauberer seine Dulcinea verwandelt und ihre Schönheit entstellt habe, um ihn zu täuschen. Das Beispiel zeigt: Don Quixotes Argumentation ist logisch perfekt und lässt sich nicht widerlegen. 
Der umgekehrte Fall, so Georg Lukács, begegnet uns in Flauberts Roman „Education sentimentale“. Untertitel: „Geschichte eines jungen Mannes“. Dieser junge Mann, er heißt Frédéric Moreau, erlebt einen ganzen Roman lang alles nur Mögliche, und natürlich immer wieder auch die Liebe, ist aber jedesmal enttäuscht, denn zu viel begehrt sein Herz. Die Poesie des Herzens findet in der Prosa der Wirklichkeit kein Zuhause. Im letzten Kapitel schließlich kommt es zur Schlüsselszene. Der junge Mann erinnert sich zusammen mit seinem Schulfreund Deslauriers an all das, was sie erlebt haben. Und es heißt:

 

„Und so gruben die mit jedem Satz ihre Jugend aus und fragten einander: 
– Weißt du noch?
Sie sahen den Schulhof des College wieder vor sich, die Kapelle, das Sprechzimmner, den Fechtsaal am Fuße der Treppe, Gesichter von Hilfslehrern und Schülern.(.. ) freuten sich über die Ferien. 
In den Ferien von 1837 waren sie bei der Türkin gewesen. 
So wurde eine Frau genannt, die eigentlich Zoraide Turc hieß, und viele hielten sie für eine Muselmanin, eine Türkin, was die Poesie ihres Etablissements, das hinter dem Stadtwall am Wasser lag, noch erhöhte. Selbst mitten im Sommer war Schatten um ihr Haus. (…) Junge Damen in weißen Leibchen mit Schminke auf den Wangen und langen Ohrringen klopften an die Scheiben, wenn man vorüberkam, und sangen abends mit rauher Stimme auf der Türschwelle leise vor sich hin.“

 

Flaubert beschreibt hier ein Bordell, ohne dass dies ausgesprochen würde. Und weiter heißt es:

 

„Und so geschah es eines Sonntags, als alles bei der Abendmesse war, dass Frédéric und Deslauriers, die sich vorher das Haar hatten kräuseln lassen, Blumen im Garten von Madame Moreau pflückten, dann durch die Pforte zu den Feldern verschwanden, nach einem großen Umweg durch die Weinberge über den Fischplatz zurückkehrten, die dicken Sträuße immer noch in der Hand, in die Tür der Türkin schlüpften.“

 

Was aber geschieht nun?

 

Frédéric präsentierte seinen Blumenstrauß. „Doch die Hitze dort, die Furcht vor dem Unbekannten, ein Anflug von schlechtem Gewissen und wohl auch das Vergnügen, so viele Frauen zur Verfügung zu haben, erschütterten ihn dermaßen, dass er ganz blass wurde und auf der Stelle stehen blieb. Die Mädchen lachten alle über seine Verwirrung; in der Meinung, man mache sich über ihn lustig, ergriff er die Flucht; und weil Frédéric das Geld hatte, musste Deslauriers ihm notgedrungen folgen.
Sie wurden gesehen, als sie das Haus verließen, und das ergab eine Geschichte, die noch drei Jahre später nicht vergessen war.“

 

Und nun heißt es, und damit endet der Roman:

 

„Sie erzählten sich ausführlich die ganze Geschichte, jeder die Erinnerung des anderen ergänzend, und, als sie fertig waren: 
– Das war wirklich unser schönstes Erlebnis! sagte Frédéric. 
– Ja, also doch? Das war wirklich unser schönstes Erlebnis! sagte Deslauriers.“ 

 

(Ils se la contèrent prolixement, chacun complétant les souvenirs de l'autre, et, quand ils eurent fini: 
--C'est là ce que nous avons eu de meilleur! dit Frédéric. 
--Oui, peut-être bien? C'est là ce que nous avons eu de meilleur! dit Deslauriers.) (Flaubert 1983, S. 501)

 

So endet der Roman. Und an diesem allegorischen Schluss macht sich Georg Lukács fest, sieht darin den Gipfel der „Desillusionsromantik“. Flauberts Botschaft: Was wir auch erleben, alles führt zur Enttäuschung. Nur was wir nicht erleben konnten, ist frei von Enttäuschung. Und so haben wir hier die Gegenposition zum Don Quixote vorliegen, den das Gehäuse seines Wahns vor jeder Enttäuschung schützt. 
Flauberts „Education sentimentale“ hat im Deutschen die verschiedensten Titel: „Die Schule der Empfindsamkeit“, „Die Erziehung des Herzens“, „Die Erziehung der Gefühle“ oder auch „Der Roman eines jungen Mannes.“ Lukács spricht durchweg von „Education sentimentale“, weicht also in diesem Fall davon ab, fremdsprachige Titel ausschließlich in deutscher Übersetzung zu zitieren. Die ironische Wucht des französischen Originals geht allerdings im Deutschen verloren. 
Von Goethes „Wilhelm Meister“ behandelt Lukács ausschließlich „Wilhelm Meisters Lehrjahre.“ Kein Wort über „Wilhelm Meisters Wanderjahre oder Die Entsagenden.“ Die Stellung des Helden in der Gesellschaft ist hier eine völllig andere als bei Cervantes und Flaubert. Hierzu sogleich die Details. 
Zunächst sei auf Folgendes aufmerksam gemacht. Jedem 
dieser drei Musterbeispiele werden andere Romane zugeordnet, die, typologisch gesehen, gleichsam in deren Schlepptau stehen. So verweist das Kapitel über „Don Quixote“ unter der Überschrift „Der abstrakte Idealismus“ etwa auf Laurence Sternes „Tristram Shandy“, Gogols „Tote Seelen“, Balzacs „Comédie Humaine“ sowie den damals zeitgenössischen Roman „Hans im Glück“ von Henrik Pontoppidan. Und doch gibt Georg Lukács eindeutig zu Protokoll:

 

„ ,Don Quixote' mußte, wie übrigens fast jeder wahrhaft große Roman, die einzige bedeutende Objektivation seines Typus bleiben. Dieses Ineinander von Poesie und Ironie, von Erhabenheit und Groteske, von Göttlichkeit und Monomanie war so stark an den damals vorgegebenen Stand des Geistes gebunden, dass derselbe Typus von Geistesstruktur sich in anderen Zeitaltern anders und niemals mehr mit derselben epischen Bedeutsamkeit zeigen mußte.“

 

Man beachte den Ausdruck „Stand des Geistes“. Lukács geht davon aus, dass große Kunst ein Geschenk ihrer geschichtsphilosophischen Situation ist, einer Situation, die sich als solche nicht wiederholen kann. 
Das auf die Kennzeichnug des „Don Quixote“ folgende Kapitel erläutert unter der Überschrift „Desillusionsromantik“ Flauberts „Education sentimentale“ und ordnet als Varianten diesem Roman zu: Jens Peter Jacobsens „Niels Lyhne“ und Iwan Gontscharows „Oblomow“. Und wieder ist das gewählte Musterbeispiel seinen Varianten überlegen – diesmal aber ist es nicht, wie beim „Don Quixote“, das „Ineinander von Poesie und Ironie, von Erhabenheit und Groteske“ als adäquater Ausdruck der geschichtsphilosophischen Situation, sondern das „Zeiterlebnis“, das Flauberts Roman zugrundeliegt. Und Georg Lukács erläutert:

 

„So wird die Zeit zum Träger der hohen, epischen Poesie des Romans: sie ist unerbittlich existent geworden, und niemand vermag der eindeutigen Richtung ihres Stromes entgegenzuschwimmen noch seinen unvorhergesehenen Lauf mit den Dämmen der Aprioritäten zu regeln. (...) Und aus diesem resiegniert-mannbaren Gefühl entsteigen die episch echtgeborenen, weil Taten erweckenden und aus Taten entsprossenen Zeiterlebnisse: die Hoffnung und die Errinnerung; Zeiterlebnisse, die zugleich Überwindungen der Zeit sind: ein Zusammensehen des Lebens als geronnene Einheit ante rem und sein zusammensehendes Erfassen post rem. (…) Ein solches Zeiterlebnis liegt Flauberts ,Education sentimentale' zugrunde, und sein Fehlen, das einseitig negative Fassen der Zeit ließ letzten Endes die anderen, großangelegten Romane der Desillusion scheitern. Von allen großen Werken dieses Typus ist die ,Education sentimentale' scheinbar am wenigsten komponiert, (…) das innere Leben des Helden ist geradeso brüchig wie seine Umwelt.(...) Und dennoch ist dieser für alle Problematik der Romanform typischste Roman des neunzehnten Jahrhunderts, in der durch nichts gemilderten Trostlosigkeit seines Stoffes, der einzige, der die wahre Objektivität und durch sie die Positivität und bejahende Energie einer geleisteten Form erreicht hat.“ 

 

Völlig anders liegen die Dinge in Goethes „Wilhelm Meister“, dessen „Lehrjahre“ unter dem Stichwort „Versuch einer Synthese“ abgehandelt werden. Wörtlich heißt es:

 

„,Wilhelm Meister' steht ästhetisch wie geschichtsphilosophisch zwischen diesen beiden Typen der Gestaltung: sein Thema ist die Versöhnung des problematischen, vom erlebten Ideal geführten Individuums mit der konkreten, gesellschaftlichen Wirklichkeit. Diese Versöhnung kann und darf weder ein Sichabfinden, noch eine von vornherein bestehende Harmonie sein.“

 

Eine solche Voraussetzung, so schiebt Lukács unmittelbar ein, würde ja zum bereits charakterisierten „modernen humoristischen Roman“ führen. Auch sei Gustav Freytags „Soll und Haben“ ein „Schulbeispiel für diese Objektivation der Ideenlosigkeit und des antipoetischen Prinzips.“

 

Und weiter heißt es zum „Wilhelm Meister“:

 

„Aus dieser durch das Thema gegebenen Möglichkeit, in der sozialen Realität handelnd zu wirken, folgt, dass die Gliederung der Außenwelt, Beruf, Stand, Klasse usw. als Substrat des sozialen Handelns für den hier in Betracht kommenden Menschentypus von entscheidender Bedeutung ist. Das Ideal, das in diesen Menschen lebt und ihre Taten bestimmt, hat deshalb zum Inhalt und Ziel, in den Gebilden der Gesellschaft Bindungen und Erfüllungen für das Innerlichste der Seele zu finden. Damit ist aber, wenigstens postulativ, die Einsamkeit der Seele aufgehoben. Diese Wirksamkeit setzt eine menschliche und innerliche Gemeinschaft, ein Verständnis und ein Zusammenwirkenkönnen in bezug auf das Wesentliche zwischen den Menschen voraus. (…) Eine solche Struktur der Beziehung zwischen Ideal und Seele relativiert die Zentralstellung des Helden: sie ist eine zufällige; der Held wird aus der unbegrenzten Zahl der Gleichstrebenden nur darum herausgegriffen und in den Mittelpunkt gestellt weil gerade sein Suchen und Finden die Gesamtheit der Welt am deutlichsten offenlegt.“ 

 

Meine Damen und Herren:
mit diesen ausführlichen Zitaten sollte im Detail vor Augen geführt werden, worin für Georg Lukács die Bedeutung eines literarischen Textes besteht. Sie besteht für ihn nicht in der nachweislichen Beherrschung der Erzähltechnik und auch nicht in der inhaltlichen Teilhabe an ahistorischen Paradigmen der „conditio humana“, sondern bestimmt sich aus der Exemplarik des Textes im eschatologischen Kontext. Bedeutung verstehen setzt für Lukács Kontext-Verstehen voraus. 
Wenn Lukács einen literarischen Text interpretiert, so handelt es sich immer um die Herauslegung der impliziten Axiome des gestalteten Menschenbildes, das sofort eschatologisch kontextualisiert wird. Wörtliche Zitate aus dem interpretiertenText gibt es nicht. Die Handlung wird nicht nacherzählt und die poetologische Funktion der Charaktere nicht in Betracht gezogen. Niemand wird beim Namen genannt, denn es gibt ja nur „Typen“. „Don Quixote“ und „Wilhelm Meister“ sind lediglich als Romantitel da. Und jedes Detail des Textes untersteht apriorisch der Makrostruktur des maßgebenden Kontextes.

 

 

Schlusswort

 

Blicken wir nun zurück, so stellt sich die Frage: Was haben all diese eschatologisch orientierten Deutungen literarischer Texte miteinander gemein? Die Antwort kann nur lauten: Trotz unterschiedlicher Weltanschauung wollen Hegel, Marx, Bloch, Lukács und Adorno auf ein und dasselbe hinaus: mit Begründung zu sagen, was ein literarischer Text hier und jetzt bedeutet –- und das jeweils mit festem Bezug auf einen objektiv ermittelten Kontext, aus dem der literarischeText hier und jetzt spricht. Kontext bedingt Bedeutung. Inwieweit dabei Hegel als Lehrmeister jeweils anders zurechtgerückt wird, steht hier nicht zur Debatte. 
Jeder Kontext aber nimmt am tatsächlichen Bedeutungspotential eines literarischen Textes eine „taxonomische Reduktion“ vor, wie David Perkins 1992 nachgewiesen hat, als er der Frage „Is Literary History Possible?“ nachging und sie verneint hat, weil jede Literaturgeschichte immer nur einen einzigen Kontext verfolgt, obwohl das literarische Einzelwerk immer auch sehr vielen anderen Kontexten zuhause ist, so dass mit der jeweils notwendigen literarhistorischen Einordnung „per definitionem“ immer eine „taxonomische Reduktion“ vorliegt. Kontexte erschaffen beweisbare Bedeutung, die als eine solche durchaus „richtig“ ist und sich nicht widerlegen lässt, sondern nur durch eine andere Bedeutung aus einem anderen Kontext ersetzt werden könnte. Das aber heißt: eschatologisch orientierte Deutungen literarischer Texte sind aufgrund ihrer Natur immer „taxonomische Reduktionen“, ohne dies eigens zu bedenken. Was aber ist dagegen zu tun? 
Den Ausweg bietet, und damit möchte ich meine heutigen Ausführungen abschließen: die „Lehre vom Vierfachen Schriftsinn“, die allerdings erst zu Anfang unseres Jahrhunderts erneut Anerkennung findet. Ursprünglich praktiziert von den Kirchenvätern im dritten Jahrhundert als Verfahren der Auslegung von Texten der Bibel, geriet die Lehre vom Vierfachen Schriftsinn innerhalb der hermeneutischen Methodendiskussion des 20. Jahrhunderts völlig in Vergessenheit. Verschiedene Schulen beanspruchten das Deutungsmonopol gegenüber Tradition und Gegenwart. Und die zu Recht berühmte „philosophische Hermeneutik“ (Zentrum Heidelberg) ließ in dieser Arena die Vorurteile der Streitenden bewusst werden, so dass im offenen Gespräch mit der Tradition die Überwindung der eigenen Vorurteile durch Bewusstmachung im Namen der Vernunft zum Postulat wurde. Die in sich ruhende autonome Bedeutung jedes literarischen Textes war dabei allerdings kein Thema, denn die Lehre vom Vierfachen Schriftsinn hatte ja keine Anwälte mehr. 
Erst in unserem Jahrhundert hat diese Lehre neuen Auftrieb erhalten (Gerigk 2002, Krochmalnik 2006); und das war, wie ich meine, dringend nötig. Ich will in aller Kürze darlegen, worin diese Lehre besteht. 
Der Vierfache Schriftsinn unterscheidet „per definitionem“ vier Sinn- oder Bedeutungsebenen. Auf einem „fundamentum“, dem buchstäblichen Sinn des literarischen Textes, wird ein „superaedificatum“, ein Überbau, errichtet, der aus drei Stufen besteht: dem „allegorischen Sinn“, dem „tropologischen Sinn“ und dem „anagogischen Sinn“. Hierzu existiert aus dem 13. Jahrhundert ein berühmter lateinischer Merkvers: 

 

Littera gesta docet,
quid credes allegoria,
moralis quid agas,
quo tendas anagogia.

 

Auf Deutsch:

 

Der Buchstabe lehrt das Geschehene,
was zu glauben ist, die Allegorie,
was zu tun, der moralische Sinn,
wohin zu streben, die Anagogie. 

 

Daraus ergibt sich, und damit komme ich zu meinem Fazit: Sowohl Hegel, als auch Marx, Bloch, Lukács und Adorno kennen nur den „tropologischen Sinn“, wenn es um die Deutung eines literarischen Textes geht: die Bedeutung nämlich, die der Text für mich hier und jetzt hat: im Horizont meiner Sorge. Die Lehre vom Vierfachen Schriftsinn findet aber nicht im „tropologischen Sinn“ ihre Vollendung, sondern erst im „anagogischen Sinn“, womit die poetologische Rekonstruktion des literarischen Textes gemeint ist, mit der jedes Detail seinen Platz in der Konstruktion des Ganzen findet.
In unserem Zusammenhang bedeutet das: bei der Lektüre der „Theorie des Romans“ haben wir angesichts der systemgerechten Kennzeichnung des „Don Quixote“, des „Wilhelm Meister“ und der „Education sentimentale“ deren poetologische Rekonstruktion parat zu halten, um das Abenteuer der Interpretation nicht eschatologisch einzuschränken und zu verkürzen. 

 

 

Bibliographie:

 

Zitierte und weiterführende Literatur

 

 

Adorno, Theodor W.: Erpreßte Versöhnung. In: Adorno, Noten zur Literatur II. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1961 (= Bibliothek Suhrkamp; Bd. 71), S.153-187.
---: Die Kunst und die Künste. In: Adorno, Gesammelte Schriften. 20 Bde. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1998. Bd. 10/1. Darin: Ohne Leitbild. Parva Aesthetica, S. 289-453, hier S. 432-453. 
---: Negative Dialektik. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1970. 
–-: Ästhetische Theorie. Herausgegeben von Gretel Adorno und Rolf Tiedemann. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1970 (= Gesammelte Schriften 7).

 

Alker, Ernst: Profile und Gestalten der deutschen Literatur nach 1914. Mit einem Kapitel über den Expressionismus von Zoran Konstantinović. Herausgegeben von Eugen Thurnher (mit einer Einführung in Ernst Alkers nachgelassenes Werk). Stuttgart: Alfred Kröner 1977. Darin sechs Hinweise auf Lukács.

 

Bense, Max: Aesthetica. Einführung in die neue Aesthetik. Baden-Baden: Agis-Verlag 1965. Darin (S. 204-207): Exkurs über die Ästhetik Lukács'.

 

Benseler, Frank (Hrsg.): Festschrift zum achtzigsten Geburtstag von Georg Lukács. Neuwied und Berlin: Luchterhand 1965.
---: Lukács. In: Neue Deutsche Biographie. Band 15. Berlin: Duncker & Humblot 1987, S. 509-513.

 

Beyme, Klaus von: Geschichte der politischen Theorien in Deutschland 1300 – 2000. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften 2009. Über Lukács: S. 445-453. 
–-: Bruchstücke der Erinnerung eines Sozialwissenschaftlers. Wiesbaden: Springer 2016. 1956 als Student auf „Tramptour“ Besuch bei Georg Lukács in Budapest: S. 88.

 

Biemel, Walter und Hans Saner (Hrsg.): Martin Heidegger / Karl Jaspers: Briefwechsel 1920-1963. München und Frankfurt am Main: Piper / Klostermann1992 (= Serie Piper; Bd. 1260). Darin Heidegger an Jaspers am 12. August 1949 aus Todtnauberg über Lukács: „der die sehr reale Absicht hat, für meine ,Liquidierung' rechtzeitig Sorge zu tragen“ (S. 180). Bezug: Lukács' Aufsatz „Heidegger revidivus“, in: Sinn und Form, Jg. 1 (1949), Heft 3, S. 37-63. 

 

Bitterolf, Markus mit Oliver Schlaudt und Stefan Schöbel (Hrsg.): Intellektuelle in Heidelberg 1910-1933. Ein Lesebuch. Heidelberg: Buchhandlung Stefan Schöbel 2014 (= Edition Schöbel). Darin über Georg Lukács: Peter Zudeick: „Beinahe wie Moskau oder das alte Spanien – Ernst Bloch und Heidelberg“ (S. 71-78), Markus Bitterolf und Oliver Schlaudt: „Georg Lukács: ,Die deutschen Intellektuellen und der Krieg' (1915)“ (S. 203-220), Christiane Zehl Romero: „Anna Seghers in Heidelberg“ (S. 293-302). 

 

Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung. In drei Bänden („Geschrieben 1938-1947 in den USA, durchgesehen 1953 und 1959“). Zuerst 1959. Als Wissenschaftliche Sonderausgabe Frankfurt am Main: Suhrkamp 1967. Darin über Georg Lukács: S. 946 und S. 1618, Der russische Realismus S. 957, Die Seele und die Formen S. 1375, Die Sickingendebatte S. 1376, Die Theorie des Romans S. 251.

 

Blöcker, Günter: Die neuen Wirklichkeiten. Linien und Profile der modernen Literatur. Berlin: Argon Verlag 1957. Hinweis auf Lukács: S. 251.

 

Borchmeyer, Dieter und Viktor Žmegač (Hrsg.): Moderne Literatur in Grundbegriffen. 2. neu bearbeitete Auflage. Tübingen: Max Niemeyer 1994. Darin über Georg Lukács (S. 373-374) im Eintrag „Roman“ von Wolfgang Riedel.

 

Brecht, Bertolt: Die Essays von Georg Lukács. In: Brecht, Gesammelte Werke in 20 Bänden. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1967. Bd. 19: Schriften zu Literatur und Kunst 2, S. 296-298. 

 

Breuninger, Renate: Die Philosophie der Subjektivität im Zeitalter der Wissenschaften. Zum Denken von Walter Schulz. Stuttgart: Klett-Cotta 2004.

 

Bubner, Rüdiger: Was ist kritische Theorie? (M. Horkheimer, J. Habermas). In: Philosophische Rundschau. Band 16. Heft 3/4. Dezember 1969, S. 213-249.
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Bürger, Peter: Theorie der Avantgarde. Mit einem Vorwort zur 2. Auflage. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1974 (= edition suhrkamp 727). Darin (S. 117-128): Die Debatte zwischen Adorno und Lukács.

 

Dauer, Bernd: Wirklichkeitsflucht und Entfremdung. Studien zur Erzählstruktur in den Romanen Alain Robbe-Grillets und Michel Butors. Heidelberg: Carl Winter Universitätsverlag 1976.(= Sudia Romanica; Heft 26). Die Bibliographie (S. 233) nennt drei Werke von Georg Lukács, darunter die „Theorie des Romans“. 

 

Demetz, Peter: Marx, Engels und die Dichter. Ein Kapitel deutscher Literaturgeschichte. Frankfurt am Main, Berlin, Wien: Ullstein 1969 (= Ullstein-Buch 4021-4022). Darin: Georg Lukács als Theoretiker der Literatur, S. 196-222.

 

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Fulda, Hans Friedrich und Rolf-Peter Horstmann (Hrsg.): Skeptizismus und spekulatives Denken in der Philosophie Hegels. Stuttgart: Klett-Cotta 1996 (= Veröffentlichungen der Internationalen Hegel-Vereinigung; Bd. 22). 

 

Gadamer, Hans-Georg: Hegels Dialektik. Fünf hermeneutische Studien. Tübingen: Mohr / Siebeck 1971.
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Mohr / Siebeck 1993 (= Gesammelte Werke; Bd. 8), S. 221-231.

 

Gallas, Helga:Marxistische Literaturtheorie. Kontroversen im Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller. Neuwied und Berlin: Luchterhand 1971, S. 120-122. 

 

Gallée, Caroline: Georg Lukács: seine Stellung und Bedeutung im literarischen Leben der SBZ / DDR 1945-1985. Tübingen: Stauffenberg 1996. 

 

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Gessmann, Martin: Hegel. Freiburg, Basel, Wien: Herder 1999 
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–-: Soziologie des modernen Romans. Herausgeber: Heinz Maus und Friedrich Fürstenberg. Übersetzer: Lucien Goldmann, Paris, und Ingeborg Fleischhauer, Paris. Neuwied und Berlin: Luchterhand 1970 (= Soziologische Texte; Bd. 61). Durchgehend Bezugnahme auf Georg Lukács.

 

Green, Martin: Else und Frieda. Die Richthofen-Schwestern. Aus dem Amerikanischen von Edwin Ortmann. München und Zürich: Piper 1996 (= Serie Piper 2323). Darin über Georg Lukács und seine Karriere innerhalb der kommunistischen Bewegung nach 1918, als er in seiner Heimat Ungarn zum Kommissar für das Erziehungswesen ernannt wurde: S. 357-359.

 

Habermas, Jürgen: Strukturwandel der Öffentlichkeit. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft. Mit einem Vorwort zur Neuauflage 1990. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1990 (= stw, 891). Darin Hinweis auf „Die Zerstörung der Vernunft“ (S. 227). 

 

Hauser, Arnold: Sozialgeschichte der Kunst und Literatur. 2 Bde. München: C. H. Beck 1953. Hinweise auf Georg Lukács: Bd. 2, S. 522, 526, 527, 529, 531.

 

Hegel, Georg Wilhelm Friedrich: Vorlesungen über die Aesthetik. Mit einem Vorwort von Heinrich Gustav Hotho. In: Hegel, Sämtliche Werke. Jubiläumsausgabe in zwanzig Bänden. Herausgegeben von Hermann Glockner. Stuttgart-Bad Cannstatt: Friedrich Frommann Verlag (Günther Holzboog) 1964, Bde. 12-14.
---: Ästhetik. 2 Bde. Nach der zweiten Ausgabe Heinrich Gustav Hothos (1842) redigiert und mit einem ausführlichen Register versehen von Friedrich Bassenge. Berlin und Weimar: Aufbau Verlag 1976. Die erste Auflage von 1953 enthielt einen einführenden Essay von Georg Lukács.
---: Vorlesungen über die Ästhetik. Mit einer Einführung herausgegeben von Rüdiger Bubner. 2 Bde. Zum Text vermerkt der Herausgeber: „Der hier vorgelegte Text bildet eine Auswahl“ (S. 31). Bd. 1: Einführung (mit Bibliographie), S. 3 -30. Bd. 2: Vorbemerkung (mit Bibliographie zur „Poesie“), S. 3-6. Stuttgart: Reclam 1971. 
–-: Vorlesungen über die Philosophie der Weltgeschichte. Band I: Die Vernunft in der Geschichte. Herausgegeben von Johannes Hoffmeister. Hamburg: Felix Meiner 1955 (= Philosophische Bibliothek; Bd. 171a). Darin: Die Verwirklichung des Geistes in der Geschichte, S. 50-54. 
–-: Grundlinien der Philosophie des Rechts. Mit Hegels eigenhändigen Randbemerkungen in seinem Handexemplar der Rechtsphilosophie. Herausgegeben von Johannes Hoffmeister. Hamburg: Felix Meiner 1955 (= Philosophische Bibliothek; Bd. 124a). Darin S. 16 (Vorrede): „Das, was ist, zu begreifen, ist die Aufgabe der Philosophie, denn das, was ist, ist die Vernunft. Was das Individuum betrifft, so ist ohnehin jedes ein Sohn seiner Zeit; so ist auch die Philosophie, ihre Zeit in Gedanken erfaßt.“

 

Heidegger, Gertrud (Hrsg.): „Mein liebes Seelchen!“ Briefe Martin Heideggers an seine Frau Elfride 1915-1970. München: Deutsche Verlags-Anstalt 2005. Darin: Brief Martin Heideggers aus Meßkirch vom 20. November 1963 (S. 349): „Am Sonntag war Neske da. (…) Er war mit seiner Frau bei der ,Gruppe 47' in Saulgau -- wo auch Graß war u. Augstein – die Verhältnisse scheinen mir undurchsichtig. Dann plant er ein Gespräch mit Bloch, Hans Mayer, Lukaz (sic!) über Marxismus; ob ich teilnehme; ich habe sogleich abgesagt.“ 

 

Heidegger, Martin: Der deutsche Idealismus (Fichte, Schelling, Hegel) und die philosophische Problemlage der Gegenwart. Frankfurt am Main: Klostermann 1997 (= Gesamtausgabe; Bd. 28). 
–-: Hegels Phänomenologie des Geistes. Frankfurt am Main: Klostermann 1980 (= Gesamtausgabe; Bd. 32).
---: Hegels Begriff der Erfahrung. In: Heidegger, Holzwege. Frankfurt am Main: Klostermann 1977 (= Gesamtausgabe; Bd. 8), S. 115-208.

 

Henrich, Dieter: Kunst und Natur in der idealistischen Ästhetik. In: Nachahmung und Illusion. Kolloquium Gießen Juni 1963. Vorlagen und Verhandlungen. Herausgegeben von Hans Robert Jauß. München: Eidos Verlag 1964 (= Poetik und Hermeneutik I), S. 128-134. 
–-: Kunst und Kunstphilosophie der Gegenwart (Überlegungen mit Rücksicht auf Hegel). In: Immanente Ästhetik – Ästhetische Reflexion. Lyrik als Paradigma der Moderne. Kolloquium Köln 1964. Vorlagen und Verhandlungen. Herausgegeben von Wolfgang Iser. München: Fink 1966 (= Poetik und Hemeneutik II), S. 11-32. 
–-: Hegel im Kontext. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1971 (= Edition Suhrkamp 510).
---: Die Philosophie in der Sprache. In: Jahrbuch 2006 der Henning Kaufmann-Stiftung. Paderborn: IFB Verlag im Institut für Betriebslinguistik 2007, S. 23-55.
---: Kreativität des Denkens in der Universität. Schelling, Hegel und Hölderlin im Tübinger Stift. Eine Begegnung und ihre Folgen. In: Forschung und Lehre / Baden-Württemberg. 2008, Nr. 2: S. 84-86.
---: Werke im Werden. Über die Genesis philosophischer Einsichten. München: C. H. Beck 2011.
---: „Sterbliche Gedanken.“ Dieter Henrich im Gespräch mit Alexandru Bulusz. Mit einem Nachwort von Alexandru Bulusz. Frankfurt am Main: Edition Faust 2015 (= Einsichten im Dialog; Bd. 1). Darin über Jacob Taubes: S. 43-48.

 

Herman, David / Jahn, Manfred / Ryan, Marie-Laure (eds.): Routledge Encyclopedia of Narrative Theory. London and New York: Routledge 2005. Darin über Georg Lukács: S. 283-284 und S. 544.

 

Hinck, Walter (Hrsg.):Handbuch des deutschen Dramas. Düsseldorf: Bagel 1980. Darin (S. 259-272): Roland Galle: „Hegels Dramentheorie und ihre Wirkung“ mit Verweis auf Georg Lukács: Zur Soziologie des modernen Dramas (S. 270-272).

 

Holdheim, W. Wolfgang: Auf der Suche nach dem Epos. Der Geschichtsroman bei Hugo, Tolstoi und Flaubert. Heidelberg: Universitätsverlag Winter 1978 (= Beiträge zur neueren Literaturgeschichte. Dritte Folge; Bd. 38). Darin über die „Theorie des Romans“: S. 75 und S. 154, ausführlich S. 156-157. Bibliographie (S. 162-163) nennt vier Werke von Georg Lukács. 

 

Hölderlin, Friedrich: Dichtungen. Eine Auswahl von Johannes R. Becher mit einer Einführung von Georg Lukács (S. 11-32). Berlin: Rütten & Loening 1952.

 

Hörisch, Jochen: Hegel. In: Literatur Lexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache. 12 Bde. Herausgegeben von Walther Killy. Gütersloh und München: Bertelsmann Lexikon Verlag 1988-1992. Bd. 5 (1990), S. 99-102.

 

Höschen, Andreas: Das Dostojewskij-Projekt. Georg Lukács' neukantianisches Frühwerk in seinem ideengeschichtlichen Kontext. Tübingen: Max Niemeyer 1999.

 

Iser, Wolfgang: Der implizite Leser. Kommunikationsformen des Romans von Bunyon bis Beckett. München: Fink 1972 (= UTB 163). Darin Verweise auf Lukács: S. 20, 29, 31, 55, 144, 158, 198, 199, 200, 391. 

 

Jaspers, Karl: Heidelberger Erinnerungen. In: Heidelberger Jahrbücher, 5 (1961), S. 1-10. Darin S. 5: „Nach Heidelberg kamen viele freie Literaten und potentielle Habilitanden. Unter ihnen waren auch Georg von Lucacz (sic!) aus Budapest und Ernst Bloch aus Mannheim. (…) Lucacz galt manchen als eine Art Heiliger, war übrigens ein feinsinniger Kenner der Dichtung und ein nicht uninteressanter philosophischer Aesthetiker. Bloch war eher ein elementarer, ganz aufrichtiger Junge, der durch seine Wärme und Unbefangenheit und seine geistreichen Ironien Sympathie erweckte. Man sprach in Heidelberg von beiden. Der Philosoph Lask machte den Witz: Wer sind die vier Evangelisten? Matthäus, Marcus, Lucacz und Bloch.“

 

Jauß, Hans Robert: Literaturgeschichte als Provokation. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1970 (= Edition Suhrkamp 418). Darin über Lukács: S. 160-162.

 

Joseph, Erkme: Nietzsche im „Zauberberg“. Frankfurt am, Main: Klostermann 1996 (= Thomas Mann Studien; Bd.14). Darin einundvierzig Einträge zu Naphta. 

 

Karlauf, Thomas: Stefan George. Die Entdeckung des Charisma. Biographie. München: Karl Blessing Verlag 2007. Hinweis auf Georg Lukács: S. 288.

 

Kiesel, Helmuth: Geschichte der literarischen Moderne. Sprache, Ästhetik, Dichtung im zwanzigsten Jahrhundert. München: C. H. Beck 2004. Darin Hinweise auf Lukács: S. 51, 174, 261, 274, 304, 343, 499, 519, 520, 522. 
–-: Ernst Jünger. Die Biographie. München: Siedler 2007. Darin Hinweise auf Lukács: S. 324, 647. 

 

Killy, Walther: Zur Geschichte des deutschen Lesebuchs. In: Germanistik – eine deutsche Wissenschaft. Beiträge von Eberhard Lämmert, Walther Killy, Karl Otto Conrady und Peter v. Polenz. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1967 (= Edition Suhrkamp 204), S. 43-69. Verweis auf „Die Zerstörung der Vernunft“ (S. 59).
--- (Hrsg.): 20. Jahrhundert.Texte und Zeugnisse 1880-1933. München: C. H. Beck 1967 (= Die Deutsche Literatur. Texte und Zeugnisse; Bd. 7). Darin von Georg Lukacs (S. 42-48): Roman und gottverlassene Welt (aus: Die Theorie des Romans) und (S. 1009-1014): Gedanken zu einer Ästhetik des Kino (aus: Schriften zur Literatursoziologie, ed.Peter Ludz 1967, S 75-80). 

 

Klüger, Ruth: Thomas Manns jüdische Gestalten (1994). In: Thomas Mann. Neue Wege der Forschung. Herausgegeben von Heinrich Detering und Stephan Stachorski. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2008, S. 118-131. Darin ausführlich über Leo Naphta. Schließlich heißt es (S.125): „Wie Shylock ist Naphta ein faszinierendes Phantasieprodukt, in dem ein nichtjüdischer Dichter abendländische Ängste und Alpträume auf einen angeblich gefährlichen, destruktiven Juden projiziert hat.“ 

 

Knörrich, Otto (Hrsg.): Formen der Literatur in Einzeldarstellungen. Stuttgart: Alfred Kröner 1981. Über Georg Lukács: S. 303 im Eintrag „Der Roman“ von Thomas Neuhauser.

 

Köhler, Erich: Der literarische Zufall, das Mögliche und die Notwendigkeit. München: Fink 1973. Darin über die „Theorie des Romans“ (S. 127-130), des weiteren (S. 132): „Der historische Roman“ und (S. 122-134): „Über die Besonderheit als Kategorie der Ästhetik“. 

 

Koopmann, Helmut (Hrsg.): Handbuch des deutschen Romans. Düsseldorf: Schwann-Bagel 1983. Zahlreiche Bezugnahmen auf die „Theorie des Romans“. 

 

Krochmalnik, Daniel: Im Garten der Schrift. Wie Juden die Bibel lesen. Augsburg: Sankt Ulrich Verlag 2006. Dle Einführung (S. 7-26) skizziert die Geschichte der Lehre vom Vierfachen Schriftsinn. Die dann folgenden Kapitel I bis IV (S. 27-138) erläutern Wortsinn, Bildsinn, Begriffsinn und Geheimsinn.

 

Krockow, Christian Graf von: Die Entscheidung. Eine Untersuchung über Ernst Jünger, Carl Schmitt, Martin Heidegger. Frankfurt / Main und New Xork: Campus Verlag 1990. Hinweis auf Georg Lukács: S. 162 (Geschichte und Klassenbewußtsein, Die Zerstöung der Vernunft).

 

Lehnert, Herbert: Leo Naphta und sein Autor. In: Orbis Litterarum, 37 (1982).

 

Lämmert, Eberhard (Hrsg.): Romantheorie. Dokumentation ihrer Geschichte in Deutschland seit 1880. Köln: Kiepenheuer und Witsch 1975 (= Neue Wissenschaftliche Bibliothek; Bd. 80. Literaturwissenschaft). Darin: Georg von Lukács (sic!), S. 118-122.

 

Lehmann, Jürgen: Russische Literatur in Deutschland. Ihre Rezeption durch deutschsprachige Schriftsteller und Kritiker vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Stuttgart: Metzler 2015. Darin: Georg Lukács, S. 167-174. 

 

Lenz, Siegfried: Etwas über Namen. In: Concordia domi – foris pax. Festakt aus Anlaß der Verleihung des Thomas-Mann-Preises 1984 an den Romancier und Novellisten Siegfried Lenz am 27. April 1985 im historischen Scharbau-Saal der Lübecker Stadtbibliothek. Dokumentation zum Zeitgeschehen der Hansestadt Lübeck. Herausgergeben vom Presse- und Informationsamt der Hansestadt Lübeck 1985 (ohne Paginierung). Darin über Naphta und Settembrini.

 

Leonhard, Joachim-Felix (Hrsg.): Karl Jaspers in seiner Heidelberger Zeit. Heidelberg: Heidelberger Verlagsanstalt und Druckerei GmbH 1983 (= Universitätsbibliothek Heidelberg. Heidelberger Bibliotheksschriften; Bd. 8). Darin über Georg Lukács ujnd Jaspers: S. 150 (20. September 1946 „Rencontres Internationales“ in Genf).

 

Löwith, Karl: Heidegger. Denker in dürftiger Zeit. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1960. Darin über Georg Lukács und dessen Kritik an Heideggers Brief über den „Humanismus“: S. 54.
–-: Von Hegel zu Nietzsche. Der revolutionäre Bruch im Denken des neunzehnten Jahrhunderts. Frankfurt am Main: S. Fischer 1969.

 


Lukács, Georg: Die Theorie des Romans. Ein geschichtsphilosophischer Versuch über die Formen der großen Epik. Zweite um ein Vorwort vermehrte Auflage. Neuwied am Rhein und Berlin-Spandau: Luchterhand 1963. Zuerst in: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft, herausgegeben von Max Dessoir, 1916. Als Buch Berlin: Paul Cassirer 1920. Neuauflage: Bielefeld: Aisthesis-Verlag 2009.
–-: Die Seele und die Formen. Essays. Neuwied und Berlin: Luchterhand 1971 (= Sammlung Luchterhand; Bd. 21). Zuerst Berlin: Egon Fleischel & Co. 1911.
---: Emil Lask. Ein Nachruf. In: Kantstudien, 22 (1918), S. 349 f.
–-: Geschichte und Klassenbewußtsein. Studien über marxistische Dialektik (zuerst 1923). Neuwied und Berlin: Luchterhand 1968 (= Georg Lukács Werke. Frühschriften. Bd. 2). 
---: Heidegger redivivus. In: Sinn und Form, Jg. 1 (1949), Heft 3, S. 37-62.
–-: Wider den mißverstandenen Realismus. Hamburg: Claassen 1958. Hinweis über dem Impressum: Der Verlag hat für diese Ausgabe den Titel „Wider den mißverstandenen Realismus“ gewählt. Der Originaltitel lautet „Die Gegenwartsbedeutung des kritischen Realismus“.
–-: Von Nietzsche bis Hitler oder Der Irrationalismus in der deutschen Politik. Frankfurt am Main und Hamburg: Fischer Bücherei 1966 (= Fischer Bücherei; Bd. 784).
---: Die Grablegung des alten Deutschland. Essays zur deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts. Ausgewählte Schriften I. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1967 (= Rowohlts Deutsche Enzyklopädie 276). Darin über Gottfried Keller, Wilhelm Raabe, Theodor Fontane.
---: Faust und Faustus. Vom Drama der Menschengattung zur Tragödie der modernen Kunst. Ausgewählte Schriften II. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1967 (= Rowohlts Deutsche Enzyklopädie 285-287). Darin: Thomas Mann. Auf der Suche nach dem Bürger (1945): S. 214-238.
---: Russische Literatur – Russische Revolution. Puschkin, Tolstoi, Dostojewskij, Fadejew, Makarenko, Scholochow, Solschenizyn. Ausgewählte Schriften III. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1967 (= Rowohlts Deutsche Enzyklopädie 314-316).
---: Solschenizyn. Neuwied und Berlin: Luchterhand 1970 (= Sammlung Luchterhand; Bd. 28). Enthält auch „Solschenizyns Romane“ (1969), S. 31-84.
---: Ein Briefwechsel zwischen Anna Seghers und Georg Lukács (vom 28. Juni 1938 bis zum 2. März 1939). In: Lukács, Werke, Bd. 4: Probleme des Realismus I. Neuwied und Berlin: Luchterhand 1970. Auch in Raddatz 1969, Bd. 2, S.110-138.
---: Die Kunst als „Ausdruck“ und die Mitteilungsformen der Erlebniswirklichkeit. In: Neue Hefte für Philosophie. Herausgegeben von Rüdiger Bubner, Konrad Cramer, Reiner Wiehl. Heft 5: Ist eine philosophische Ästhetik möglich? Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1973, S. 1-32.
---: Die Entäußerung als philosophischer Zentralbegriff der „Phänomenologie des Geistes“ (aus Lukács: Der junge Hegel. Zürich und Wien 1948, 720 Seiten). In: Materialien zu Hegels „Phänomenologie des Geistes“. Herausgegeben von Hans Friedrich Fulda und Dieter Henrich. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1973 (= Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 9), S. 276-325. 
–-: Über die Besonderheit als Kategorie der Ästhetik (zuerst 1967). Neuwied und Berlin: Luchterhand 1978.
---: Gelebtes Denken: eine Autobiographie im Dialog. Frankfurt am Main: Suhrkamp1981. 

 

Lukács. Jahrbuch der Internationalen Georg-Lukács-Gesellschaft. Bielefeld: Aisthesis-Verlag. Ab 1996.

 

Lukács, Georg. Eintrag in Wikipedia der neuen Enzyklopädie. 5 Seiten. 2016. 

 

Lurker, Manfred: Wörterbuch der Symbolik. Fünfte, durchgesehene und erweiterte Auflage. Stuttgart: Alfred Kröner 1991. Darin: „Stadt“, S. 703-704 (das „himmlische Jerusalem“). 

 

Mann, Thomas: Der Zauberberg. Roman. Frankfurt am Main: S. Fischer 1952. 
–: Briefe 1937-1947. Frankfurt am Main: S. Fischer 1963.
--: Der Zauberberg. Roman. Herausgegeben und textkritisch durchgesehen von Michael Neumann. Frankfurt am Main: S. Fischer 2002 (= Bd. 5.1: Textband und Bd. 5.2: Kommentarband der „Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe der Werke Thomas Manns“). 
–-: (Georg Lukács) „Mein Glückwunsch zu Georg Lukács' siebzigstem Geburtstag muß kurz sein – es ist der eines überforderten alten Mannes.“ (1955). In: Thomas Mann, Schriften und Reden zur Literatur, Kunst und Philosophie. 8 Bde. Herausgegeben von Hans Bürgin. Frankfurt am Main und Hamburg: Fischer Bücherei 1968 (= Moderne Klassiker). Bd. 8, S. 253-254. Auch in Raddatz 1972, S. 134.

 

Mannheim, Karl: Ideologie und Utopie (zuerst 1929). Mit einer Einführung von Jürgen Kaube. Frankfurt am Main: Klostermann 2015 (= Rote Reihe; Bd. 75). Darin Bezugnahmen auf Georg Lukács S. 57, 110, 111, 217, 238, 266, 267.

 

Menninghaus, Winfried: Kant, Hegel und Marx in Lukács' Theorie der Verdinglichung. Destruktion eines marxistischen „Klassikers“. In: Spiegel und Gleichnis. Festschrift für Jacob Taubes. Herausgegeben von Norbert W. Bolz und Wolfgang Hübener. Würzburg: Königshausen und Neumann 1983, S. 319-330.

 

Menzel, Birgit: Bürgerkrieg um Worte. Die russische Literaturkritik der Perestrojka. Köln, Weimar, Wien: Böhlau Verlag 2001. Darin über Georg Lukács: S. 24, 120, 372. 

 

Migner, Karl: Theorie des modernen Romans. Eine Einführung. Stuttgart: Alfred Kröner 1970. Über Georg Lukács: S. 16-17.

 

Moretti, Franco (ed.): The Novel. Volume 1: History, Geography, and Culture. Volume 2: Forms and Themes. Princeton and Oxford: Princeton University Press 2006. Darin durchgehend Bezugnahmen auf Georg Lukács (Theory of the Novel; The Historical Novel). 

 

Nida-Rümelin, Julian und Monika Betzler (Hrsg.): Ästhetik und Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart. Stuttgart: Alfred Kröner 1998. Darin: Hegel, S. 363-377; Lukács, S. 518-524.

 

Nietzsche, Friedrich: Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe in 15 Bänden. Herausgegeben von Giorgio Colli und Mazzino Montinari. München, Berlin, New York: Deutscher Taschenbuch Verlag und Walter de Gruyter 1980.

 

Otten, Kurt: Der englische Roman vom Naturalismus bis zur Bewußtseinskunst. Berlin: Erich Schmidt Verlag 1986 (= Grundlagen der Anglistik und Amerikanistik; Bd.15). Darin über die „Theorie des Romans“: S. 96-97. 

 

Perkins, David: Is Literary History Possible? Baltimore and London: The Johns Hopkins University Press 1992. 
--- (ed.): Theoretical Issues in Literary History. Cambridge, Massachusetts, and London, England: Harvard University Press 1991 (= Harvard English Studies; 16).

 

Plass, Hanno (Hrsg.): Klasse – Geschichte – Bewusstsein. Was bleibt von Georg Lukács' Theorie? Berlin: Verbrecher Verlag 2015. 

 

Polheim, Karl Konrad (Hrsg.): Handbuch der deutschen Erzählung. Düsseldorf: Bagel 1981. Darin (S. 508-527): Dieter Hensing: „Die Erzählung von 1945 bis zu den späten fünfziger Jahren“ mit Verweis auf Georg Lukács: Das Problem der Perspektive (S. 525-526).

 

Raddatz, Fritz J. (Hrsg.): Marxismus und Literatur. Eine Dokumentation in drei Bänden. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag 1969. Band 2 enthält sechs Beiträge von Georg Lukács.

 

Raddatz, Fritz J.: Georg Lukács in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag1972 (= Rowohlts Monographien; Bd. 193). Bibliographie S. 139-153.

 

Raether, Martin: Der „Acte gratuit“. Revolte und Literatur. Hegel, Dostojewskij, Nietzsche, Gide, Sartre, Camus, Beckett. Heidelberg: Carl Winter Universitätsverlag 1980 (= Studia Romanica; Heft 37). Zu Lukács: S. 16, 17, 82, 83, 247.

 

Recki, Birgit: Aura und Autonomie. Zur Subjektivität der Kunst bei Walter Benjamin und Theodor W. Adorno. Würzburg: Königshausen & Neumann 1988. Hinweis auf Lukács: S. 240 (Geschichte und Klassenbewußtsein, Ästhetik).

 

Ricklefs, Ulfert (Hrsg.): Fischer Lexikon Literatur. 3 Bde. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 1996. Darin Manfred Engel: „Roman“. Dort über die „Theorie des Romans“ von Georg Lukács (S. 1699-1700): sie sei „in ihrem systematischen Wert lange überschätzt worden“, habe jedoch als „historisches Dokument für die Situation des Romans am Anfang der Moderne“ eine „große Bedeutung“. (Das ist zweifellos ein hölchst sonderbares Argument!)

 

Rosshoff, Hartmut: Emil Lask als Lehrer von Georg Lukács. Zur Form ihres Gegenstandsbegriffs. Bonn: Bouvier 1975.

 

Schmidt, Siegfried J.: Ästhetizität. Philosophische Beiträge zu einer Theorie des Ästhetischen. München: Bayerischer Schulbuch-Verlag 1972 (= Grundfragen der Literaturwissenschaft; Bd. 2). Über Georg Lukács: S. 85-86, 94. 

 

Schopenhauer, Arthur: Über die Universitäts-Philosophie. In: Schopenhauer, Sämtliche Werke. 7 Bde. Herausgegeben von Arthur Hübscher. Wiesbaden: Eberhard Brockhaus Verlag 
1946-1950. Darin Bd. 5 (1946): Parerga und Paralipomena. Erster Band, S. 149-210. Dort (S. 190): „Unsinnschmierer und Kopfverdreher Hegel“.

 

Schröter, Klaus: Thomas Mann. Reinbek bei Hamburg Rowohlt Taschenbuch Verlag 2005. Überarbeitete Neuausgabe 
(= Rowohlts Monographien; Bd. 50677). Über Georg Lukács: S. 49, 119, 126.

 

Schulz, Walter: Philosophie in der veränderten Welt. Pfullingen: Günther Neske 1972. Hinweis auf Georg Lukács: S. 876.

 

Soergel, Albert und Curt Hohoff: Dichtung und Dichter der Zeit. Vom
Naturalismus bis zur Gegenwart. 2 Bde. Düsseldorf: Bagel Verlag 1964. In Bd. 1 über Lukács: S. 684, 686, 687; in Bd. 2: S. 705, 718, 720, 816, 817.

 

Sontag, Susan: The literary criticism of Georg Lukács (1965). In: Sontag, Against Interpretation and Other Essays. New York: Dell Publishing Co., Inc. 1969 (= Laurel edition). S. 90-99.

 

Sprecher, Thomas: Davos im „Zauberberg“. Thomas Manns Roman und sein Schauplatz. Zürich: Verlag Neue Zürcher Zeitung 1996. Hinweis auf Georg Lukács und Leo Naphta: S. 23.

 

Strelka, Joseph: Methodologie der Literaturwissenschaft. 
Tübingen: Max Niemeyer 1978. Darin über Georg Lukács: Literaturwissenschaft und Soziologie, S. 313-330. 

 

Szondi, Peter: Theorie des modernen Dramas. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1966 (= edition suhrkamp; Bd. 27). Darin S. 162: „Entscheidende Einsichten verdankt die Untersuchung (…) dem Aufsatz von G. Lukács ,Zur Soziologie des modernen Dramas'.“ Die „Einleitung“ verweist zudem auf die „Theorie des Romans“ (S. 11). 

 

Taubes, Jacob: Ad Carl Schmitt. Gegenstrebige Fügung. Berlin: Merve Verlag 1987.

 

Taubes, Jacob: Abendländische Eschatologie. Mit einem Anhang. München: Matthes & Seitz 1991. Der Anhang enthält die Abhandlung „Martin Buber und die Geschichtsphilosophie“, 
S. 213-230. Hinweise auf Lukacz (sic!): S. 194, 198.

 

Taylor, Charles: Sources of the Self. The Making of the Modern Identity. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press 1989. Darin über Lukács: S. 464, 478, 501.

 

Tschižewskij, Dmitrij (Hrsg.): Hegel bei den Slaven. Zweite, verbesserte Auflage. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1961. Darin vom Herausgeber: Hegel in Rußland, S. 145-396.

 

Uhlig, Claus: Theorie der Literarhistorie. Prinzipien und Paradigmen. Heidelberg. Carl Winter Universitätsverlag 1982 (= Britannica et Americana. Dritte Folge; Bd.1). Über Lukács: S. 242 (Der historische Roman). 

 

Vaget, Hans Rudolf: Georg Lukács und Thomas Mann. In: Neue Rundschau 87 (1977), S. 656-663.
---: Georg Lukács, Thomas Mann and the Modern Novel. In: Thomas Mann in Context, edited. by K. Hughes. Worcester, Massachusetts 1978, S. 38-65.
---: Thomas Mann-Kommentar zu sämtlichen Erzählungen. München: Winkler Verlag 1984. Darin über Lukács: S. 119, 175, 197, 199, 246-247. 

 

Vietta, Silvio: Der europäische Roman der Moderne. München: Fink 2007 (= UTB 2842). Darin über die „Theorie des Romans“:
S. 15-16.
---: Rationalität – Eine Weltgeschichte. Europäische Kulturgeschichte und Globalisierung. München: Fink 2012. Darin über „Geschichte und Klassenbewußtsein“: S. 27, 28, 44, 218, 226.

 

Weber, Alfred (Hrsg.): Einführung in die Soziologie. München: Piper 1955. Darin über Georg Lukács: S. 367 und 402.

 

Weber, Marianne: Max Weber. Ein Lebensbild. Mit einem Essay von Günther Roth. München und Zürich: Piper 1989 (= Serie Piper; 984). Darin über Georg Lukács: S. 473, 476, 495.

 

Weber, Max: Vom inneren Beruf zur Wissenschaft. In: Max Weber, Soziologie. Weltgeschichtliche Analysen. Politik. Mit einer Einführung von Eduard Baumgarten. Herausgegeben und erläutert von Johannes Winckelmann. Dritte, durchgesehene und ergänzte Auflage. Stuttgart: Allred Kröner 1964, S. 311-339. Darin (S. 336): „Oder wie die modernen Ästhetiker (ausdrücklich – wie z. B. Georg von Lukács – oder tatsächlich) von der Voraussetzung ausgehen: ,es gibt Kunstwerke' – und nun fragen: Wie ist das (sinnvoll) möglich?“

 

Wehrli, Max: Allgemeine Literaturwissenschaft. Bern: Francke Verlag 1951 (= Wissenschaftliche Forschungsberichte. Geisteswissenschaftliche Reihe; Bd. 1). Darin über Georg Lukács: S. 130-131.

 

Wellek, René: Georg Lukács. In: Wellek, A History of Modern Criticism, 1750-1950. Volume 7: German, Russian, and East European Criticism, 1900-1950. New Haven and London: Yale University Press 1991, S. 209-245. 
–-: Four Critics. Croce, Valéry, Lukács, Ingarden. Seattle and London: University of Washington Press 1981. Darin heißt es 
(S. 46): “Widerspiegelung der Wirklichkeit (reflection of reality) is Lukács's obsessive central metaphor. In the first volume of his Ästhetik the phrase is repeated (I counted) 1.032 times. I was too bored to count it in volume 2.“
--- and Austin Warren: Theory of Literature. New York: Harcourt, Brace and Company 1949. Darin Hinweis auf „Theorie des Romans“: S. 377.

 

Wellek, René (ed.): Dostoevsky. A Collection of Critical Essays.
Englewood Cliffs, New Jersey: Prentice-Hall, Inc. 1962 
(= Twentieth Century Views). Darin: Georg Lukács: Dostoevsky. From: Der russische Realismus in der Weltliteratur. Berlin 1949. Translated from the German by René Wellek, S. 146-158. 

 

Wißkirchen, Hans: Zeitgeschichte im Roman. Zu Thomas Manns „Zauberberg“ und „Doktor Faustus“. In: Thomas Mann Studien, VII (1986). Darin über Naphta: S. 46-83.

 

Wysling, Hans und Yvonne Schmidlin (Hrsg.): Thomas Mann. Sein Leben in Bildern. Zürich: Artemis 1994. Darin auf S. 256 ein Foto von Georg Lukács, untertitelt mit: Naphta. Im Kommentar der Herausgeber heißt es: „Thomas Mann hatte den Typus des revolutionären Juden schon früher kennengelernt, in Trotzki etwa oder in Eugen Leviné, dem letzten Führer der Münchner Räterepublik.“

 

Zelinsky, Bodo: Russische Romantik. Köln, Wien: Böhlau 1975. Über Lukács: S. 130 und S. 425. 
–- (Hrsg.): Der russische Roman. Köln, Weimar, Wien: Böhlau 2007. Darin über die „Theorie des Romans“: S. 15 und S. 491. 

 

Žmegač, Viktor: Kunst und Wirklichkeit. Zur Literaturtheorie bei Brecht, Lukács und Broch. Bad Homburg: Gehlen 1969. 
–-: Der europäische Roman. Geschichte seiner Poetik. Tübingen: Max Niemeyer 1990. Über Georg Lukács und die „Theorie des Romans“: S. 142-144.

 

Zuckmayer, Carl: Als wär's ein Stück von mir. Horen der Freundschaft. Frankfurt m Main: Fischer Taschenbuch Verlag 1969. Darin über Georg Lukács: S. 354, 447.

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